Im Internet habe ich jemanden aus Österreich kennen gelernt. Über Jahre hinweg haben wir gemeinsam ein online Rollenspiel gespielt und eine kleine Freundschaft geschaffen.
Nachdem wir uns nicht nur Spieltechnisch sondern auch privat ausgetauscht haben, erfuhr ich das er und seine Familie mehrere Gasthöfe in Österreich, vor allem in Innsbruck haben.
Irgendwann waren wir soweit, dass wir uns auch mal persönlich kennenlernen wollten. Er lud mich und meine Freundin in eines seiner Gasthöfe in Innsbruck ein und ich sagte direkt zu.
Endlich würde ich erfahren wer und wie er wirklich ist und gleichzeitig meinen ersten gemeinsamen Urlaub mit meiner Freundin verbringen.
Wir haben uns für Mitte März entschieden und haben direkt auf der Arbeit Urlaub eingereicht und es meinem Bekannten mitgeteilt.
Nun hieß es, wie kommen wir beide nun aus dem Ruhrgebiet nach Innsbruck? Der Gedanke fliegen wurde direkt wieder gestrichen, leider gibt es keine direkte Verbindung vom Flughafen Dortmund nach Innsbruck. Meine Freundin wollte unbedingt mit ICE anreisen, nachdem ich mich aber über die Fahrpreise informierte, war mir sofort klar, dass wir mit dem Auto fahren werden. Zweimal tanken ist immerhin günstiger als eine Fahrkarte nach Österreich.
Also hieß es nun ab ins Auto und die 800km schnell hinter sich bringen, 7 Stunden Fahrzeit hatte ich eingeplant. Es ging also um 4 Uhr morgens los und wir kamen auch gut voran. Bereits um 8 Uhr waren wir bei Nürnberg, was sollte uns nun noch auf den letzten 350 km aufhalten? Kaum haben wir es ausgesprochen fing es an zu schneien und wegen der starken Sichtbeschränkung war unsere Höchstgeschwindigkeit auf 40km/h gesunken. Nun hieß es im Schneckentempo weiter nach Süden. Bei München muss ein LKW Fahrer wohl seine Fahrkünste überschätzt haben und lege seinen LKW quer auf die A9! Dies hieß für uns nun Stau in Begleitung von Frau Holle! Für 150km benötigten wir 9 Stunden. Rettungsdienste machten an jedem Rastplatz kleine Versorgungsstationen auf und verteilten an die Reisenden heißen Tee und Decken, ein warmes Getränk war bei dem Schneefall auch nötig. Kinder und Erwachsene verbrachten ihre Zeit im Stau mit Schneeburgen und Schneemänner zu bauen, da die linke Fahrbahn eh vereist und gesperrt war, wurden wir also die 150km von Schneeskulpturen begleitet!
Nachdem wir München umfahren haben, bzw. umschlichen haben, ging es mit Tempo 100 Richtung Österreich weiter. Innsbruck erreichten wir also nach 19 Stunden Autofahrt!
Als wir am Gasthof ankamen war mein Bekannter bereits im Bett. Diesem Beispiel sind wir völlig entnervt gefolgt und wollten einfach nur diesen Tag hinter uns bringen.
Am nächsten Tag wurden wir vom hellen Sonnenschein geweckt, ein Blick aus dem Fenster hatte uns beide direkt überrascht. Kein Schnee und eine Sonne wie im Hochsommer! Nun gut, Augen gerieben, gewaschen, angezogen und ab zum Frühstück, vielleicht war ja mein Bekannter schon da. Doch leider war von ihm keine Spur zu sehen, also tranken wir erst mal unseren Kaffee und aßen unsere Frühstücks Eier. Irgendwann hörte ich aus dem Nachbar Raum ein Lachen das ich doch irgendwoher kannte. „Schatz, ich glaub das ist er, das Lachen kenne ich doch aus dem Teamspeak“ sagte ich zu meiner Freundin, und schon stand mein Bekannter neben uns.
Ich konnte meinen Augen nicht trauen, der Kerl, mit dem ich seit Jahren Computer spiele, ist dreimal so alt wie ich!!! War schon lustig, ich glaube er hat sofort gesehen das mir die Augen aus dem Kopf gefallen sind. Wir tranken gemeinsam dann unseren Kaffee aus und machten uns auf den Weg in die Innenstadt.
Aber genug von mir und meinem Bekannten. Innsbruck ist wirklich eine schöne Stadt, mit der Altstadt und Olympiastadt hatten wir genug zu besichtigen. Wir hatten also fünf Tage Zeit um uns Innsbruck und die Umgebung anzusehen.
Da unser Gasthaus direkt an der Altstadt lag, besichtigten wir auch am ersten Tag erst mal diese. Unteranderem das Goldene Dachl, das Helblinghaus , den Dom zu St. Jakob und den Stadtturm, von dem man aus über Innsbruck blicken kann.
Am zweiten Tag stand Schlossbesichtigung auf dem Plan, wir verbrachten den Vormittag Tag in der Hofburg und den Nachmittag im Schloss Ambras. Das Schloss liegt direkt in den Bergen in einem dichten Wald, nicht nur das Gebäude, sondern auch der dazugehörige Park waren die Reise wert.
Der dritte Tag gehörte meiner Freundin und wie Frauen nun mal so sind, fuhren wir nach Wattens zum Swarowski Museum „Kristallwelten“. Der Besuch war aber auch für mich sehr interessant, schon Wahnsinn was man alles auf Kristallglas herstellen kann.
Olympia hieß die Devise am vierten Tag, wir sahen uns das Eislaufstadion und Tivoli Stadion vom FC Wacker an, fuhren dann zur Bobbahn und zum Schluss ging es wieder in die Berge zur Sprungschanze. Also mir war schon ein wenig mulmig im Magen als ich vom Absprungpunkt runter schaute, aber zum Glück bin ich kein Skispringer.
Den Vorletzten Tag verbrachten wir mit meinem Bekannten, beendet wurde dieser in seiner Stammkneipe in der einige Gläser Wein getrunken wurden.
Am nächsten Tag ging es am Vormittag direkt wieder nach Hause, diesmal sollte es schneller gehen, wir waren bereits nach 6,5 Stunden wieder im Ruhrgebiet.
Es war eine sehr schöne Woche, wir haben vieles gesehen und vor allem habe ich in dieser den Kontakt zu meinem Bekannten weiter ausbauen können. Wenn ich meine Freundin zu einem Winterurlaub überreden kann, werde ich diesen in Innsbruck verbringen. Dann aber auf der Skipiste.