Meine Reise nach Kanada war von Beginn an als Abenteuerurlaub geplant. Wandern in den Bergen und Wäldern war das größte für mich. Es kostete mich viel Zeit um diese Reise vernünftig zu planen. Nachdem ich aber die Route bis ins Detail ausgearbeitet hatte, konnte der Trip beginnen. Dem Flugzeug ging es zunächst nach Ottawa, der Hauptstadt des Landes. Hier traf ich meinen vorher kontaktierten örtlichen Reiseveranstalter. Sein Name war Gregor, er war vor 10 Jahren aus Deutschland hier her gezogen, um ein Touristikunternehmen für Abenteuerreisen zu eröffnen. Das Geschäft lief wohl auch ganz gut, wie er mir erzählte. Solche Art von Reisen seien auf einem aufsteigenden Ast, die Leute wollten weg von den langweiligen Standardreisen in Billighotels auf Mallorca oder wo auch immer. Außerdem kostete diese Art von Urlaub nur etwas mehr als die Pauschalreisen. Wir fuhren also erst einmal Richtung Norden. Die Landschaft wurde von Stunde zu Stunde rauer und ursprünglicher. Wir fuhren ungefähr 4 Stunden bis wir unser Ziel erreicht hatten. Die Ortschaft würde man in Deutschland als „Kuhdorf“ bezeichnen, was hier durchaus aber im positiven Sinne zu verstehen sei. Am Ortseingang stand ein Schild mit der Aufschrift „Population: 67“, was so viel wie 67 Einwohner bedeutet. Im „Zentrum“ des Ortes gab es eine Hand voll Stores und natürlich das Büro von meinem Reiseleiter. Hier gab er mir Anweisungen, wie ich mich in der Wildnis richtig verhalten solle und was ich auf keinen Fall machen dürfe. Dazu gehörte auch der Tipp, dass wenn man seine Notdurft in der freien Natur verrichten muss, man unbedingt Erde darüber geben solle, da dies sonst Bären anlocken könne. Ich beruhigte ihn und erklärte, dass ich dieses Wissen schon längst besäße, da ich mich ja eine lange Zeit auf diesen Trip vorbereitet hatte. Viele Touristen hätten diese Erfahrung nicht, erklärte er, aber er sei froh, dass es endlich mal jemanden mit vorbereitetem Wissen gab. Die anderen Leute seien immer sehr blau äugig in diese Sache reingegangen. Einmal wurde sogar jemand beinahe von einem Bären getötet. Nur das beherzte Eingreifen seines Kollegen verhinderte das Schlimmste. Er wünschte mir viel Glück und Erholung für meine Reise und sagte mir, dass wir uns in 14 Tagen wiedersehen würden. So zog ich also los mit meinem Rucksack und den anderen Utensilien, die ich für das Camping brauchte.
Die ersten paar Tage waren recht anstrengend, da ich das viele Laufen mit Gepäck nicht so wirklich gewohnt war. Die gelaufenen Blasen an meinen Füssen heilten dank meiner Salben schnell wieder ab. Ich fing Fische in den Seen und Flüssen und sammelte Pilze und Beeren. Natürlich hatte ich auch jede Menge Verpflegung dabei, jedoch war ich immer offen für die Erweiterung meines Speiseplanes. Kontakt mit einem Bären hatte ich sogar auch. Zwar beobachtete ich ihn aus sicherer Distanz beim Jagen nach Forellen am Fluss, aber hatte keinen physischen Kontakt zu ihm. Mir war es so lieber. Nachdem die 14 Tage verstrichen waren musste ich mich traurig aber dennoch glücklich über die hier verbrachte Zeit auf den Heimweg machen. Der Rückweg verlief reibungslos, ebenso wie die Flugreise zurück nach Deutschland. Ich werde auf jeden Fall so schnell wie möglich wieder eine solche Reise machen. Beim nächsten Mal wird es wieder Kanada sein, dann jedoch eine andere Region. Vielleicht werde ich diesmal eine bergigere Gegend erkunden. Das wird sich im Laufe der Zeit aber noch herausstellen.