Osterferien in England

Die Überfahrt mit der Fähre gestaltete sich als etwas unangenehmer als gedacht. Meine kurzen Osterferien wollte ich auf der Insel verbringen. Die See war recht rau als wir um 9 Uhr morgens in dem französischen Hafen Calais ablegten. Das Deck der Autofähre ließ das Schwanken des Schiffes durch seine Breite Optik noch schlimmer aussehen, als es war. Nachdem einige Leute in den Passagierkabinen nebenan sich lautstark noch einmal das Frühstück durch den Kopf ließen gehen, beschloss ich, auf das oberste betretbare Deck zu gehen. Wann bekommt man schließlich mal die Möglichkeit, wie ein echter Seebär auf Deck im Sturmesbrausen zu stehen? Ich hätte das natürlich nicht getan, wenn es geregnet hätte, dafür war ich doch zu sehr Landratte, wie die Seeleute so schön sagen. Ich zog also meinen Anorak an und verließ meine Kabine. Da die seekranken Leute etwas laut in ihren Kabinen stöhnten, beschleunigte ich meinen Gang um nicht auch noch mit der Übelkeit zu ringen. Nach einigen Minuten und etwas Suchen (die Fähre war relativ vertrackt im Innern) fand ich dann den Ausgang zum Oberdeck. Ich stellte mich an die Reling und genoss den Wind. Ein paar Meter weiter stand ein etwas älterer Mann mit dem ich ins Gespräch kam. Er war auch aus Deutschland, was ich an seiner Jacke mit dem Aufdruck „Tennisverein am Karnickelberg“ erkennen konnte. Er erzählte mir, dass er seine Schwester in London besuchen wolle. Sie habe dort ein kleines Restaurant mit deutscher Küche eröffnet. „Endlich bekommen die Leute da drüben mal was Richtiges zu essen, nicht nur ihren frittierten Restmüll!“ lachte er. Während wir uns unterhielten, kamen die weißen Klippen von Dover in Sichtweite. „Jetzt sind wir gleich in UK.“, sagte der Mann. Gut eine Dreiviertelstunde später war es dann auch so weit. Wir legten an der Kaimauer mit einem dezenten Schlag an. Plötzlich strömten die Menschmengen auf das Deck, wo auch die ganzen LKW, Autos und Wohnmobile standen. Alle setzten sich in ihre Fahrzeuge und fuhren los, als die mächtige Ladeluke am Bug des Schiffes aufging. Ich ließ mir etwas Zeit, da mein Fahrzeug als letztes in der Reihe stand. Ich verabschiedete mich von dem Mann und stieg in den Wagen. Mein Ziel war auch zunächst einmal die Stadt London, genauer gesagt ein Vorort davon. Hier hatte ich mir für eine Woche eine kleine, bescheidene Ferienwohnung gemietet, um von dort aus meine Erkundungsaktivitäten zu starten. Der Vermieter der Wohnung empfing mich überaus freundlich und zeigte mir meine Unterkunft. Ich bedankte mich bei ihm und machte mich erst einmal daran, meinen Koffer auszupacken. Die die Anreise doch etwas stressiger war beschloss ich, heute zunächst nur vor Ort mich umzusehen. Ich fuhr also los und entdeckte kurz darauf ein nett aussehendes kleines Restaurant, in das ich einkehrte, um etwas zu essen. Es trug den Namen „Sherwood Tavern“, der Innenraum war recht rustikal eingerichtet. Ich bestellte mir zunächst ein englisches Ale und schaute in die Speisekarte. Da meine Erfahrungen mit der englischen Küche nicht all zu groß waren, ließ ich mich vom Kellner beraten. Dieser riet mir zur Spezialität des Hauses, auch für kontinentale Geschmäcker geeignet, was ich dann auch orderte. Es schmeckte wirklich gut, ich war begeistert und lobte den Koch des Restaurants. In meine Ferienwohnung zurück gekehrt legte ich mich schlafen.

Am nächsten Morgen machte ich mich daran, in einer kleinen Bäckerei mein Frühstück einzunehmen. Als nächstes machte ich mich auf den Weg nach London. Diese Stadt ist wirklich ein pulsierendes und lebendiges Wesen. Ich beschloss, mich nach einem Stadtbummel in einen Pub zu setzen, um kaltes Getränk zu mir zu nehmen. Die Preise jedoch ließen mich erschauern. Ein Glas Mineralwasser kostete soviel, dass ich erschrocken aufstand und die Kneipe verließ. Das hing wohl mit der Tatsache zusammen, das London gerne von vielen Touristen besucht wird. Und Touristen konsumieren nun mal viel. Ich besuchte noch ein paar weitere Sehenswürdigkeiten und machte mich in den folgenden Tagen daran, die weitere Umgebung der Stadt touristisch zu ergründen.

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